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Gewinnung und Vorkommen von Gold
Eldorado in Ingenieurshand
Gold! Aurum! Schon die Worte klingen verheißungsvoll. Strahlender Glanz geht von diesen Silben aus. Man könnte meinen, die Förderung dieses
Edelmetalls sei eine Angelegenheit vergangener Jahrhunderte gewesen: der Goldrausch von Alaska, Berge von Münzen in gesunkenen Piratenschiffen,
tief unten auf dem Meeresboden. Manchmal meinen vielleicht auch Sie, die Menschheit säße auf den Goldreserven vergangener Epochen und der Rohstoff
sei erschöpft. Doch das ist ein Trugschluss.
Nach wie vor wird Gold gefördert. Allerdings ohne große Romantik - ganz pragmatisch und industriell. Die Vorkommen sind rund um den Globus verstreut,
nahezu die Hälfte des geförderten Goldes stammt aus Südafrika, den USA, Russland und Australien. Jährlich werden 2.600 Tonnen abgebaut, das ist die
hundertfache Menge dessen, was die Goldsucher des 19. Jahrhunderts pro Jahr zu Tage brachten.
Man unterscheidet primäre und sekundäre Lagerstätten - zu den primären Lagerstätten gehören die folgenden:
Der Witwatersrand-Typ verdankt seinen Namen dem legendären gleichnamigen Goldfeld in Südafrika, dem größten der Welt. 40.000 Tonnen wurden
hier insgesamt bereits gefördert, in bis zu viertausend Metern Tiefe vermutet man noch mehrere 10.000 Tonnen.
Orogene Goldlagerstätten entstanden während der Gebirgsbildung und befinden sich vorwiegend in Afrika, Australien und Amerika. Aber auch ganz
in unserer Nähe - in den Alpen - sind entsprechende Vorkommen bekannt: von hier stammt das so genannte Tauerngold.
Epithermale Goldlagerstätten haben ihren Ursprung in - erdgeschichtlich jungem - felsischem Magmatismus. Heiße hydrothermale Fluide und
meteorische Wässer haben hier das Gold bis in das Gestein gespült und abgelagert. Vorkommen gibt es in unter anderem in Papua Neuguinea, Neuseeland,
Mexiko und Peru.
Der Carlin-Typ ist hauptsächlich in den US-Bundesstaaten Utah und Nevada vertreten. Er bildete sich innerhalb eines geologisch kurzen
Zeitfensters vor 42 bis 30 Millionen Jahren. Die bedeutendsten Vorkommen des Iron-Oxide-Copper-Gold-Typs findet man in Australien.
Erdgeschichtlich junge Gebirge weltweit enthalten die Porphyrischen Cu-Au-Lagerstätten, die größte Lagerstätte dieses Typs befindet sich in
Chuquicamata in Chile.
Nur eine geringe Rolle für die Goldförderung spielen die Lagerstätten der Typen Volcanic-Hosted-Massive-Sulfides (VHMS) und
Sediment-Hosted-Massive-Sulfides (SHMS): hier tritt Gold gewöhnlich nur als Beimengung zu Blei, Zink und Kupfer auf. Trotz eines
Goldgehaltes von nur einem Gramm pro Tonne ist die SHMS-Lagerstätte Rammelsberg im Harz das bedeutendste deutsche Goldvorkommen.
Der Begriff "Sekundäre Lagerstätten" umfasst all jenes Gold, das in den Flüssen mitgeführt wird und in deren Geröllbänken lagert.
Gold findet sich in der Natur in gediegener, das heißt reiner Form. In der Regel muss es also lediglich mechanisch von jenem Gestein getrennt
werden, das es umgibt. Frei liegende Goldstücke - die berühmten Nuggets - sind dabei eine komfortable Ausnahme. Die bekanntesten - und schon seit
tausenden Jahren angewandten – Verfahren der Goldgewinnung sind die Goldwäscherei und die Amalgamation. Bei dem aus zahlreichen
Western bekannten und heute vorwiegend von Hobby-Goldsuchern angewandten Goldwaschen wird goldhaltiger Sand mit Wasser aufgeschlämmt.
Das schwerere Gold setzt sich hierbei ab.
Bei der Amalgamation löst flüssiges Quecksilber das Gold auf, es entsteht eine - ebenfalls flüssige - Legierung, das Amalgam. Auf Grund der
höheren Dichte setzt es sich ab, das verbleibende Quecksilber wird durch Verdampfen entfernt - man erhält Rohgold.
Die Cyanidlaugerei erlaubt Goldgewinnung in industriellen Maßstäben: goldhaltiges Gestein wird gemahlen und unter Luftzufuhr mit
sauerstoffhaltiger Natriumcyanid-Lösung versetzt. Das Gold befindet sich nun im Sickerwasser und kann nach Filtration und Ausfällung mit
Zinkstaub gewaschen, getrocknet und zu Rohgold geschmolzen werden.
Anodenschlämme, die bei der Veredelung anderer Metalle entstehen, können über Elektrolyse der Gewinnung von Gold dienen: elektrischer
Strom bewirkt dabei eine chemische Reaktion, das nicht oxidierende Gold sammelt sich unter der Anode - das Anodenschlammverfahren.
Eine große Rolle bei der Gewinnung von Gold spielt auch das Recycling: Abfälle der Zahntechnik und der Schmuckindustrie,
Elektronikschrott und galvanische Schlämme liefern hier das Ausgangsmaterial.
Und selbst der Traum der Alchemisten des Mittelalters, Gold künstlich herzustellen, ist mit kerntechnischen Verfahren - allerdings nur in kleinsten
atomaren Mengen und damit ohne wirtschaftliche Bedeutung - mittlerweile Realität geworden.
Die Faszination für das gelbe Metall jedenfalls wird bleiben, sei die Gewinnung mittlerweile auch noch so industriell. Schauen sie einfach nur
auf die folgenden Buchstaben und Sie werden sehen - da ist ein magisches Funkeln, ganz gewiss ... Gold!
Artikel vom 09.02.2010 Thema Goldvorkommen und Goldgewinnung
Fotos: Ingmarsan (Fotolia.com), James (Fotolia.com)
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