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Gold - ein ganz besonderes Metall
"Nach Golde drängt, am Golde hängt doch alles", stellt
Gretchen in Goethes Faust so treffend fest. Was hat es mit diesem einzigartigen
Metall auf sich, dass es die Menschen derart fasziniert und unbezähmbare
Begehrlichkeiten in ihnen weckt? Der Wunsch, es zu besitzen, ist so alt wie die
Menschheit selbst.
Gold, dessen Name aus dem Althochdeutschen stammt und "das
Glänzende" oder "das Blanke" bedeutet, ist neben Kupfer
das älteste von Menschen benutzte Metall. Schon die Ägypter
betrieben etwa ab 2000 v. Chr. systematischen Bergbau und gruben im
Blauen Nil nach dem weichen und gut zu verarbeitenden Metall. Noch frühere
Goldfunde lassen sich in Südost- und Mitteleuropa nachweisen, wo
bereits 4000 v. Chr. die ersten goldenen Kultgegenstände der
Geschichte auftauchten. Die Himmelsscheibe von Nebra ist wohl der
spektakulärste Fund, der in jüngster Vergangenheit gemacht wurde
und auf diese Zeit zurückzuführen ist. Ebenso wie in Ägypten
wurde zeitgleich in Siebenbürgen und Böhmen nach dem begehrten Metall
gegraben. Welchen Stellenwert die Goldverarbeitung schon in der Antike hatte,
kann man auf Königsgräbern im alten Theben erkennen; hier findet man
detaillierte Anweisungen für die Verarbeitung des Edelmetalls, begonnen
mit dem Wasch- und Schmelzprozess bis hin zur Weiterverarbeitung in Schmuck
oder Kultgegenstände.
Kulturen, die keine eigenen Goldvorkommen besaßen, bedienten sich bei
unterworfenen Völkern und beuteten deren Vorräte gnadenlos aus. Die
meist rücksichtslose und menschenverachtende Methode der Goldgewinnung
zieht sich wie ein blutiger roter Faden durch die Geschichte. Die Griechen
erhielten ihr Gold von den Phöniziern, während die Römer sich
aus spanischen Vorkommen bedienten. In der Neuzeit setzten die Spanier und
Portugiesen diese Art der Goldgewinnung in Südamerika fort. Der Reichtum
dieser beiden Länder begründete sich hauptsächlich auf den
sagenhaften Goldschätzen der Inkas und Azteken. Der Untergang
dieser Kulturen ist maßgeblich auf die unersättliche Gier nach
deren Goldvorkommen zurückzuführen. In weitaus jüngerer
Vergangenheit liegt der legendäre Goldrausch, der im 19. Jahrhundert
Tausende von Abenteurern in die unwirtlichen Gegenden Alaskas sowie nach
Kalifornien, Südafrika und Australien trieb. Das Goldfieber brachte nur
wenigen Goldsuchern Reichtum, war jedoch symptomatisch für die zu jeder
Zeit stattfindende Suche nach dem sagenhaften Eldorado, dem Land der
unermesslichen Goldvorkommen.
Wer kein Gold fand, versuchte auf anderen Wegen an das begehrte Metall zu
gelangen, einer davon war die Alchemie. Diese wichtigste Wissenschaft
des Mittelalters wurde oft auch als "Schwarze Kunst" bezeichnet und
beschäftigte sich neben der Suche nach der Unsterblichkeit des Menschen vorrangig mit der Herstellung von Gold. Die Umwandlung unedler Metalle in das Edelmetall schlechthin war das erklärte Ziel unzähliger bedeutender Alchemisten. Zwar gelangen ihnen triumphale Erfindungen, die die Wissenschaft nachhaltig beeinflussten, doch die Krönung ihrer Forschungen blieb auch den brillantesten Meistern der Schwarzen Kunst versagt. So hat Böttger zwar das berühmte Meißner Porzellan erfunden und zu Weltberühmtheit gebracht, doch August der Starke wollte Gold, was er seinem Alchemisten mit lebenslangem Schmachten im finsteren Kerker dankte.
So finster und unbarmherzig die Geschichte des ganz besonderen Metalls auch verlaufen ist, all das vermag dem Reiz und der Beliebtheit des Goldes keinerlei Abbruch zu tun. Es muss wohl an dem betörenden Glanz liegen, der alles, was mit ihm in Berührung kommt verschönt und erhebt; denn wie könnte man es sonst erklären, dass das menschliche Streben noch immer zum Golde drängt und am Golde hängt...
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